Arbeiten mit Hochdruck

Herringen/Pelkum. Auch wenn Corona-bedingt in den vergangenen Monaten keine Veranstaltungen stattfinden und auch noch keine Mietverträge unterzeichnet werden konnten: Die Arbeiten im CreativRevier Heinrich Robert laufen auf Hochtouren. Das betrifft vor allem die Überplanung der einzelnen Bereiche, an der „mit Hochdruck“ gearbeitet wird. Mitte dieses Jahres sollen, so hoffen Gebäudeeigentümer Jürgen Tempelmann, die Entwicklungsagentur CreativRevier Heinrich Robert und die Stadt Hamm, die ersten Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

„Unsere Architekten arbeiten ganz normal weiter“, so Tempelmann. Ihre Aufgabe ist es vor allem zu prüfen, was an welcher Stelle im CreativRevier möglich ist. Das betrifft alle Bereiche, angefangen von der Infrastruktur über das geplante Dienstleistungszentrum an der Kamener Straße und die Wohnbebauung bis hin zu den Bestandsgebäuden. Gerade für sie hat Tempelmann viele Visionen – Visionen, die mithilfe der Architekten auf ihre Machbarkeit hin überprüft und mit konkreten Bildern versehen werden müssen.  

 

Da ist beispielsweise das Architekturbüro Mei aus Rotterdam in den Niederlanden, das das Verwaltungsgebäude, den Lichthof und die Kauen überplant. Letztere seien, so Tempelmann, aufgrund ihrer Größe eine echte Herausforderung. „Zum Beispiel was die Versorgung mit Tageslicht oder die Fluchtwege angeht“, so der Eigentümer, der sich gut vorstellen kann, das frühere Lohnbüro gastronomisch zu nutzen und die noch vorhandene Lampenstube als Veranstaltungsort beispielsweise für Hochzeiten herzurichten. Und genau das werde, so Tempelmann, derzeit geprüft.

Das Büro PlanerBund aus Südlohn erstellt ebenfalls ein Strukturkonzept – und zwar vor allem für den Hammerkopfturm und die Maschinenzentrale, die bei der möglichen Ansiedlung einer Außenstelle der Lunex-Universität (Luxemburg) eine wichtige Rolle spielt. Tempelmann geht davon aus, dass man vielleicht schon im März so weit sein wird, erste konkrete, machbare Ideen zur Nachnutzung dieser beiden markanten Gebäude präsentieren zu können.

Neben den Bestandsgebäuden werden aber auch alle anderen Bereiche wie das neue Dienstleistungszentrum, die Wohngebiete im Nord-Osten und im Westen des riesigen Areals sowie das im Norden vorgesehene Gewerbegebiet überplant – natürlich immer in Abstimmung mit der Stadt Hamm, wie Tempelmann erklärt.Zum Sommer/Herbst hin sollen dann unter anderem Entwurfsplanungen für das Dienstleistungszentrum und das ehemalige Gesundheitshaus im Westen vorgestellt werden, nach Möglichkeit auf einer „richtigen“ Bürgerversammlung, die dann im Idealfall am Standort stattfindet. „Immer unter der Voraussetzung, dass die Pandemie dann derartige Veranstaltungen zulässt.

“Corona hat in den letzten Monaten potenzielle Mieter insbesondere aus dem Bereich der Kreativwirtschaft und der Gastronomie ausgebremst. Immerhin: Nach Angaben des Gebäudeeigentümers haben 90 Prozent weiterhin ein großes Interesse, sich an dem Standort anzusiedeln. Nur: Niemand könne aktuell sagen, welche langfristigen Folgen die Pandemie vor allem für die Gastronomie habe. „Betriebe wissen nicht, ob sie überleben oder ob sie alle Filialen halten können. Daher sind sie sehr zurückhaltend, was neue Investitionen betrifft.“ Ihnen fehle die Perspektive, wie es nach Ende des Lockdowns weitergehe und was sie machen dürfen – oder eben nicht. Außerdem müssten die Banken mitspielen. Aber auch sie seien bei der Vergabe von Krediten derzeit sehr vorsichtig. Das habe ein Beispiel aus dem CreativQuartier Fürst Leopold in Dorsten gezeigt.

Dennoch ist Tempelmann zuversichtlich, was die Entwicklung des hiesigen CreativQuartiers – also der Kernbereich mit den Gebäuden – betrifft. Drumherum könnten ein medizinisches Versorgungszentrum und weitere Angebote aus dem Gesundheitsbereich entstehen – auch mit Blick auf die Lunex-Uni. Nach Bekanntwerden ihrer Pläne, in Hamm eine Außenstelle zu errichten, hätten sich mehrere Interessenten vor allem aus dem Gesundheitsbereich bei ihm gemeldet. Ein Uni-Standort mache das CreativRevier für viele Investoren interessant, so Tempelmann. Corona-bedingt habe sich die Entscheidung über eine Ansiedlung aber auch hier verzögert.

 

Quelle: Westfälischer Anzeiger Hamm vom 3. Februar 2021